Aufnahmebereiche

Welche Aufnahmebereiche gibt es und was bedeuten diese für das Model?

Portrait

Das künstlerische Bildnis einer Person – viele Menschen gehen fälschlicherweise von einer alleinigen Abbildung des Gesichts aus, dabei ist das „Gesichtsportrait“ nur eine Unterform. Am deutlichsten wird der Anspruch des fotografischen Portraits, wenn man dieses mit der klassischen Portrait-Malerei vergleicht, denn Fotografie hat diese nahezu vollständig abgelöst.

Beispiel:
Ein Passbild (insbesondere biometrisch) ist zwar Abbildung des Gesichts, aber kein Portrait, weswegen der Gesetzgeber solche Arbeiten auch als gewerbepflichtiges Handwerk einordnet.

Kurz gesagt:
Portraits sollen auf künstlerische Art die Persönlichkeit des oder der Abgebildeten wiedergeben.

Lifestyle

Lifestyle ist ein dem englischen entlehntes Modewort und bezeichnet die Dokumentation des Lebensstils einer oder mehrerer Personen. „Erfunden“ wurde der Begriff wohl vor allem zur Abgrenzung von „Fashion“.

Streetwear

Ebenfalls ein Modewort und bezeichnet im Gegensatz zu „Fashion“ Bekleidung, in der man sich im Alltag auf der Straße bewegen kann.

Fashion

Designer Mode. Viele Modelle verstehen hier fälschlicherweise dass sie „angezogen“ sind, was beileibe aber nicht immer der Fall ist! Modelle können sehr häufig unter typischer Designer-Mode keine Unterwäsche tragen, manchmal ist sogar die Brust frei zu sehen, trotzdem handelt es sich hier nicht um Teilakt-Aufnahmen, da hier das Model nur ein „lebender Kleiderständer“ ist. Genauer gesagt steht bei Fashion nicht das Model sondern die Bekleidung im Vordergrund.

Modelle die ein Problem mit Nacktheit haben, sollten den Bereich Fashion daher meiden oder vor einem Job sorgfältig nachfragen um welche Kleidung genau es geht. Letzteres führt allerdings zumeist wegen unprofessionellem Verhalten zum Ausschluss. Wird das Tragen von Kleidung vor Ort bei einem bezahlten Model-Job dagegen verweigert, so kann dies unter Umständen zu Schadenersatzforderungen führen.

Fashion Modelle müssen zudem eine bestimmte Figur haben, denn die Kleider werden in der Regel in einer ganz bestimmten und für jede „normale Frau“ viel zu schmalen und kleinen Größe hergestellt.

Bademode

Jede Art von Bekleidung, die am Strand und im Schwimmbad getragen werden kann. Die zwar durchaus sehr knapp geschnitten ist, aber allgemein nicht als „aufreizend“ oder „erotisch“ empfunden wird.

Achtung: unterschiedliche Kulturen haben oftmals völlig unterschiedliche Auffassungen davon was als aufreizend und erotisch empfunden wird. Während man in manchen Gegenden Amerikas zwar nicht „oben ohne“ am Strand liegen darf, sind „Mikro Bikinis“, die gerade einmal Schamlippen und Brustwarzen bedecken durchaus erlaubt. Mit einer solchen „Bekleidung“ braucht man sich in vielen deutschen Schwimmbädern aber nicht sehen lassen … In manchen Gegenden ist „topless“ dagegen am Strand völlig normal und in islamischen Ländern ein „Burkini“ der den ganzen Körper bedeckt.

Bei der Fotografie muss man unterscheiden zwischen „wird das Model fotografiert“ oder „geht es um die Bademode“? Im ersten Fall geht es nämlich vor allem darum möglichst sexy/sinnlich zu wirken ohne viel Anstoß zu erregen. Das andere dagegen ist ein typischer Model-Job: siehe „Fashion“.

Dessous

Unterwäsche, ganz besonders Reizwäsche. Geht es vorrangig um die Dessous: siehe „Fashion“. Geht es dagegen um das Model, was bei der Fotografie sehr häufig so ist, so werden Bilder in diesem Bereich als sinnlich und erotisch empfunden. Je nach Art der (Reiz-)Wäsche sind Fotografien im Regelfall „erotischer“ als Aktaufnahmen – bei Frauen im Allgemeinen aber trotzdem beliebter weil sie sich hier nicht vollständig (vor einem Fremden) ausziehen müssen.

Teilakt/Topless

Der Teilakt ist eigentlich nur eine Unterform des Akts. Ganz allgemein wird hierunter „topless“ – also ein unbekleideter Oberkörper verstanden. Oder anders herum: das Model trägt vor der Kamera noch wenigstens einen Slip.

Achtung: traditionell bedeutet Teilakt lediglich dass das Model nicht VOLLSTÄNDIG unbekleidet ist. Bei einer Anfrage sollte also immer besser der Begriff „Topless“ oder „oben ohne“ verwendet werden, denn Teilakt KANN auch eine bedeckte Brust aber einen unverdeckten Schambereich bezeichnen.

Akt

Ästhetische Abbildungen des unbekleideten menschlichen Körpers ohne jede sexuelle Handlung. Angelehnt an die klassischen griechischen Statuen etc. Die Grenzen zur Erotik sind dennoch fließend, denn unterschiedliche Kulturen empfinden völlig unterschiedliche Dinge erotisierend.

Beim klassischem Akt sollte man jedoch stets auch von der klassischen Situation ausgehen, wie diese in der Vergangenheit (z.B. im antiken Griechenland) gehandhabt wurde, denn dort hat diese Kunstform ihren Ursprung. Es steht also die Ästhetik und Verletzbarkeit des unbekleideten Körpers im Vordergrund, nicht die Sexualität, selbst wenn die Geschlechtsteile zu sehen sind. Dies wird jedoch gerade in amerikanisch dominierten Gegenden sehr gern miteinander verwechselt – doch muss man für erotisierende oder gar pornografische Bilder nicht einmal nackt sein (siehe Dessous und Fetisch)!

Akt wird heutzutage sehr oft nur noch als Überbegriff verwendet – das Model weiß damit, dass es nackt vor die Kamera treten soll. Alles weitere muss im Detail geklärt und abgesprochen werden.

Hinweis: die Veröffentlichung von Aktbildern mit sichtbaren Brustwarzen oder gar Schambereich verhindert allgemein eine Teilnahme an Miss-Wahlen und kann in amerikanisch dominierten Gegenden auch berufliche Konsequenzen haben.

Verdeckter Akt

Der verdeckte Akt ist eine Unterform des Akts. Der Schambereich ist keinesfalls auf den Bildern zu sehen – entweder durch Kamerawinkel, Bildschnitt oder Posing. Auch das Verdecken mit Hilfsmitteln wie Tücher oder ähnliches sind hier gemeint.

Normalerweise sind auch die Brustwarzen nicht abgebildet auf den Fotos – sollen sie zu sehen sein spricht man eher von Teilakt, bzw. Topless. Wird ein Model auf verdeckten Akt angefragt, sollte dies jedoch geklärt werden.

Verdeckte Akte werden als sinnlich und maximal dezent erotisch gesehen und sind in westlich geprägten Ländern im Gegensatz zum unverdeckten Akt eher unproblematisch bei Veröffentlichungen. Der verdeckte Akt löst damit den klassischen Akt mehr und mehr ab.

Anonymer Akt und Bodyparts

Das Model ist (weitgehend) unbekleidet, aber durch Bildschnitt, fotografische Unschärfe oder Posen nicht für jedermann als Person zu erkennen, da das Gesicht und andere persönliche Merkmale nicht mit abgebildet werden. Gegebenenfalls werden persönlich Merkmale wie Tattoos auch durch geeignete Nachbearbeitung entfernt.

Bodyparts sind besonders enge Bildschnitte die sich auf einen oder wenige Körperteile beschränken.

Erotik

Erotische Fotografie ist wie Akt ein Überbegriff und beinhaltet neben bestimmter Formen von Dessous, teilweise Fetisch und vor allem den so genannten freizügigen Akt – im englischen treffenderweise als „Open Legs“ bezeichnet. Die Grenzen zur Pornographie sind fließend, im Allgemeinen werden das Öffnen der Schamlippen oder eine Erektion beim Mann bereits als Pornographie behandelt, ebenso natürlich alle sichtbaren sexuellen Handlungen. Aus Amerika stammt die Auffassung, dass bereits das Zeigen der unbedeckten Brustwarzen als Erotik aufzufassen ist, während in Europa, Asien und Afrika beispielsweise die unbedeckte Brust nicht als anstößig galt oder noch immer gilt und eher dem Akt zugerechnet wird.

Fetisch

Die Fetisch Fotografie bildet sexuelle Fetische ab, wie Lack und Leder – jedoch ohne sexuelle Handlungen. Sie wird trotzdem allgemein eher dem erotischen oder zumindest alternativem Bereich zugerechnet, ähnlich wie Dessous, da man sich so normalerweise nicht öffentlich zeigt. Ähnlich wie beim klassischen Akt zur erotischen Fotografie ist das Abgrenzungskriterium jedoch die Ästhetik beispielsweise durch das Tragen von Latex-Bekleidung, Uniformen oder Ledermode.

Pornographie

Jede Form erotischer Aufnahmen, die sexuelle Handlungen zeigt. Pornografie kann zwar auch Kunst sein (Google: Mutzenbacher-Entscheidung) jedoch ist die Verbreitung wenn überhaupt nur an Volljährige gestattet. Pornographie liegt insbesondere immer dann vor, wenn die Abbildung den Betrachter sexuell erregen soll.